Prozess gegen Supermarkt-Bande

Prozess gegen Supermarkt-Bande


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08/17/2001

Prozess gegen Supermarkt-Bande

„Det war immer Mike…“

„Die Überfälle waren für sie, als ob sie Indianer spielen würden. Bloß hatten die Sheriffs im echten Leben scharfe Waffen…“ Verteidiger E. Fleischmann Landgericht, Saal 621. Sie überfielen Tankstellen und Supermärkte, maskiert und mit Platzpatronen in den Revolvern, erbeuteten 16000 Mark. Jetzt sitzt die Friedrichshainer „Familienbande“ auf der Anklagebank. Einer fehlt: Mike L., 23, der Anführer. Er wurde im Februar vor dem Extra-Supermarkt am Anton-Saefkow-Platz (Lichtenberg) von einem SEK-Beamten erschossen – der 7.Überfall brachte ihm den Tod, die Bande war in eine Polizei-Falle getappt (BZ berichtete). Die Angeklagten müssen die Suppe nun alleine auslöffeln: Mikes jüngerer Bruder, sein Cousin, seine Geliebte (eine 16-jährige Schülerin) und zwei Freunde (einer ist erst 15). Es ist heiß im Saal. Der Richter fragt gelangweilt ab: „Wo, wie, was – nächster Überfall…“ Wer die Idee gehabt habe, sich mit Raubüberfällen Geld zu besorgen? „Von alleene würde ick so wat nie machen“, wirft Alexander W., 21, gleichgültig hin: „Det war immer Mike.“ Und Mike ist tot. Wie sie mit dessen Tod umgegangen seien? Alexander W. wischt sich die Augen, sagt: „Schmerzen.“ Die junge Geliebte des Bandenbosses, Katja R.: „Naja, ich konnte danach nicht mehr zur Schule, Konzentrationsstörungen.“ Urteil am 23. August. (Das Ermittlungsverfahren gegen den SEK-Mann dauert an.)


 

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